herCAREER – die Leitmesse für die weibliche Karriereplanung in Deutschland

Interview

Hallo Natascha, stell Dich doch mal kurz vor und erzähle in Deinen eigenen Worten was Du so machst.

Mein Name ist Natascha Hoffner, ich bin 37, Gründerin und seit 3 Jahren im Münchner Umland zu Hause. Mehr als 15 Jahre war ich im Messegeschäft tätig, bis ich als zweifache Mutter nicht mehr in meine alte Position zurückkehrte. So kam es, dass ich kurzerhand selbst eine Messegesellschaft gründete. Das liegt im Oktober 2,5 Jahre zurück. In dieser Zeit haben wir die herCAREER, die Karrieremesse mit Auditorium für Absolventinnen, Frauen in Fach- und Führungspositionen und Existenzgründerinnen, auf den Weg gebracht. Die Messe findet im Oktober bereits das  dritte mal statt und hat sich zum Ziel gemacht, die Leitmesse für die weibliche Karriereplanung in Deutschland zu sein.

Die Messe will das Engagement von Arbeitgebern sichtbar machen, um weibliche Karrieren zu fördern bzw. gleichberechtigt zu ermöglichen. Dazu greifen wir auf innovative Formate zum persönlichen Austausch zurück. Die Unternehmen bringen Vorbild-Frauen mit, geben Insights aus dem Bereich Human Resources preis, z.B.  Do‘s and Dont‘s einer Bewerbungsstrategie, oder sie sprechen über Mentor- und Sponsorships im Unternehmen. Aber nicht nur das, die Messe ist vor allem durch ihr vielfältiges Angebot, mit dem sie Frauen genau da abholt, wo sie beruflich stehen, einzigartig – und das egal, ob sie vorm Jobeinstieg, Aufstieg, oder der eigenen Gründung stehen. herCAREER ist im Grunde wie ein „lebenslanger“ Begleiter, weil sie Angebote rund um Weiterbildung, bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege und natürlich auch Existenzgründung bereithält. Darüber hinaus bietet sie unzählige Möglichkeiten, sein eigenes Netzwerk mit spannenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu erweitern und von dem Wissens- und Erfahrungsschatz zahlreicher Role Models zu lernen und von ihren Lernkurven zu proftieren. Kurzum: Wir wollen mit der Messe die weibliche Karriereplanung unterstützen und Frauen über Hierarchien hinweg miteinander vernetzen.

Warum machst Du was Du was Du machst? Was ist Dein Antrieb?

Es gibt eine Reihe von, wie ich finde, guten Gründen. Zunächst identifiziere ich mich stark mit Arbeit. Ich arbeite einfach gerne – und eigentlich war mir völlig gleich, ob in einem bestehenden Angestelltenverhätlnis oder im Rahmen einer Selbstständigkeit. Da ich das Wissen, das ich mir über die vielen Jahre meiner Betriebszugehörigkeit angeeignet hatte, nicht einfach aufgeben wollte und die Arbeit in meiner Anstellung aus persönlichen Gründen nicht mehr tragbar war, war die Selbstständigkeit für mich der logische nächste Schritt.

Ein weiterer Antrieb ist meine Unabhängigkeit. Schon sehr früh habe ich gelernt, wie wichtig es ist, sich nicht von Dritten abhängig zu machen. Meine Mutter war damals alleinerziehend mit 4 Kindern – das hat mich bei meiner persönlichen Entwicklung stark geprägt. Meine Unabhängigkeit ist mir unglaublich wichtig und sicherlich einer meiner größten Treiber.

Nicht zuletzt liegt mir das Thema „Frauen und Karriere“ sehr am Herzen. Wenngleich Frauen in den vergangenen Jahrzenten unglaubliche Rechte erkämpft haben, ist eine gleichberechtigte Teilhabe keinesfalls überall vorzufinden. Mit vielen Mitwirkenden möchte ich mit der herCAREER eine Diskussionsplattform schaffen, um besonderes Engagement für Frauen sichtbar zu machen, insbesondere aber auch Frauen zu mehr Sichtbarkeit mit der Unterstützung vieler weiterer Beteiligten verhelfen. Bei den ganzen Gesprächen möchten wir aber die Männer nicht außen vor lassen sondern in die Diskussion mit einbeziehen.

Warum messe.rocks?

Ich wollte von Anfang an nicht meinen Namen mit dem Firmennamen in Verbindung bringen. Das Ziel ist es, dass das Unternehmen auch „ohne“ mich funktionieren kann und meine Mitarbeiterinnen ebenso gegenüber dem Kunden die Entscheidungsfreiheit behalten. Das Kerngeschäft „Messe“ sollte im Firmennamen definitiv vorkommen und dann begab ich mich ganz pragmatisch auf die Suche nach freien Domains. Und bei messe.rocks habe ich dann keine Sekunde gezögert.  Mein Firmenname war geboren, der auch noch ziemlich gut unsere Vorgehensweise zum Ausdruck bringt.

Was genau bietest Du Deinen Kunden an?

Den Besuchern bieten wir Austausch auf Augenhöhe, sie profitieren von dem Wissen und den Erfahrungen erfolgreicher Role Models – im Besonderen von ihren Lernkurven – um so die gleichen Fehler zu vermeiden. Wir bieten ihnen zudem die Chance, sich über Hierarchien hinweg auf Vorstandsebene mit Aufsichtsrätinnen und mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, zu vernetzen. Wir lassen darüber hinaus Unternehmen Insights preisgeben, die sonst erst zu erfahren sind, wenn man bereits im Vorstellungsgespräch ist – oder sogar erst nach einer Anstellung. Das können Tipps rund um die Bewerbung sein, oder auch interne Details zu Sponsorships oder Mentorships. Und auch Gründerinnen, Fachexperten, Kundinnen oder Mitarbeiterinnen kommen auf der herCAREER zu Wort und berichten authentisch und hautnah in Kleinstgruppen über ihre Erfahrungen und bieten unseren Teilnehmerinnen gleichzeitig die Chance, weitere Netzwerke zu erschließen bzw. ihre bestehenden Netzwerke zu erweitern.

Unseren Ausstellern ermöglichen wir den direkten Kontakt und den Austausch mit motivierten, talentierten und karriereinteressierten Frauen. Zahlreiche Unternehmen nutzen die Messe ganz gezielt als Recruiting-Möglichkeit, andere möchten vor allem darauf aufmerksam machen, dass sie sich für Gleichstellung engagieren – dafür ist die herCAREER die passende Plattform.

Was ist Deine Lieblings-Social Media Plattform?

Facebook, weil ich genau das „abonnieren“ kann, was mich interessiert insbesondere interessante Artikel. Wohlwissend, dass ich auch einer „Blase gefangen sein kann“. Social Media ganz grundsätzlich bietet tolle Möglichkeiten mit anderen in Kontakt zu kommen und sie kennenzulernen, die Wege sind oft um einiges kürzer als mit einer klassischen E-Mail und man ist gleich auf einer persönlichen Ebene.

Als Du Dein Unternehmen messe.rocks aufgebaut hast, was war Deine größte Herausforderung?

Ein Kreditinstitut zu finden. Ich hatte zunächst keine Zusage seitens einer Bank, habe aber trotzdem angefangen. Wohlwissend, dass das Geld „unterwegs“ ausgehen wird.

Am Messegeschäft und an meiner Kompetenz am „Messe machen“ habe ich nie gezweifelt. Aber natürlich gibt es einige Ups and Downs und Fragen, die man sich stellt: Wird das alles gut gehen?  Es gab für mich von Anfang an keinen Plan B´, also arbeitete ich an Plan A. Und das bislang erfolgreich.

Wer ist Dein Vorbild?

Frauen, Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen und trotz Rückschlägen immer wieder aufstehen und weitermachen. Aber auch Unternehmer und Unternehmerinnen, die Großes und Revolutionäres bewegen, neue Produkte und Lösungen entwickeln, die die Welt ein bisschen besser machen. Menschen, die etwas verändern und den Status quo nicht akzeptieren, die querdenken und kreativ sind. Und Frauen, die sich in einem schwierigen Umfeld nicht unterkriegen lassen und sich behaupten. Ich bewundere Frauen, die den Status quo nicht akzeptieren und damit den Weg für viele weitere eben.

Wie kam es dazu?

Ich durfte bereits vor über 17 Jahren Teil einer Neugründung in der Messebranche sein – und zusammen mit dem damaligen Gründer hatten wir über 12 Jahre das Unternehmen zu einem 100- Mitarbeiter-starken Unternehmen mit rund 20 Messen jährlich aufgebaut. In den Themen Personalmanagement und betriebliche Gesundheit haben wir mit unseren damaligen Messen die Marktführerschaft in Europa aufgebaut. Das Wissen und das Know-How aus dieser Zeit hat mir eine sehr gute Grundlage für meine eigene Messegesellschaft geboten und das habe ich ausgenutzt, als ich die messe.rocks GmbH gegründet habe.

Wer sind Deine Kunden?

Zum einen sind es die Besucherinnen der Messe, vornehmlich Frauen, die ein Interesse an einer beruflichen Karriere haben – wie diese auch aussehen mag.

Zum anderen sind es unsere Aussteller. Das sind Unternehmen, die sich ganz gezielt für Gleichstellung von Männern und Frauen im Unternehmen aussprechen und aktiv engagieren, aber auch Angebote für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterbildungsanbieter und Angebote für die Existenzgründung.

Was ist Deine Haltung oder Philosophie zu Social Media?

Es gibt unzählige Chancen und Risiken.

Social Media ist eine Plattform, die wir nutzen können. Und wir sollten uns dessen bewusst sein, dass wir damit verantwortungsvoll umgehen. Headspeech, Fakenews, Shitstorms – es ist immer wieder unfassbar, wie ausfällig Menschen werden können und Dinge sagen, die sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit so niemals einer Person ins Gesicht sagen würden. Und es ist kaum zu glauben, welch schreckliche Bilder über Social Media immer wieder versucht werden, zu verbreiten. Ich bin mir aber auch bewusst, dass ich meine eigene Filterblase schaffe.

Social Media möchte ich bewusst (und gezielt selektiv) nutzen.

Was war Deine größte Herausforderung als Du Deine Webseite und Dein Branding geht?

 

Ich hatte das Glück, zur Gründung bereits auf ein fertiges Content-Management-System zurückgreifen zu können. Es musste so einfach nur noch mit Inhalt gefüllt werden und die Webseite stand so innerhalb nur weniger Tage. Wohlwissend, dass die Webseite nicht responsive ist, hatten wir eine. Für den ersten Schritt war dies genau richtig und eine Website war wichtig. Ebenso wichtig war der Inhalt, damit wir direkt anfangen konnten, unsere Idee einer ersten herCAREER zu verkaufen. Das war 2015.  Wir hatten uns nur 1/2 Jahr Zeit eingeräumt für die Realisierung der Messe. Die Gesellschaft messe.rocks GmbH hatte ich am 2. April  ins Handelsregister eintragen lassen; im März hatten wir bereits die Webseite und die Ausstellerbroschüre und die Messe war für Oktober 2015 terminiert. Das war ganz schön sportlich. Da musste es einfach funktionieren, wie es war. Auch ohne eine responsive Website.

Zwischenzeitlich haben wir die Webseite etwas weiterentwickelt wie auch unser Logo. Mein Tipp: Es ist niemals perfekt und immer ein fortwährender Prozess. Das Wichtigste, finde ich, ist die Marke mit Bildern und Worten zu füllen. Den Vertrieb und Kontakt mit dem Kunden, sei es Besucher oder Aussteller oder auch Presse, ist das was die Marke später ausmacht. Es sind die Menschen dahinter. Nicht das Logo oder die Webseite.

Was würdest Du empfehlen?

Als Gründer, vor allem in der Anfangsphase, musst du den Perfektionismus ablegen. Was auch immer du machst, es ist nie fertig.  Geht trotzdem raus und verkauft euer Produkt oder eure Dienstleistung.  Die Welt hat wahrscheinlich nicht auf euch gewartet, also liegt es an euch, rauszugehen und die Welt von eurem Produkt zu überzeugen.

Und verzettelt euch nicht und verliert euch nicht in Kleinigkeiten! Gebt alles ab, was nicht euer Kernbusiness ist, z. B. Buchhaltung, Lohnbuchhaltung und so weiter. Als Unternehmerin und Mutter mit einem begrenzten Zeitkonto musste und muss ich effizient sein und zwischendurch braucht man auch Erholungsphasen.

Wer denkst Du ist die nächste Super Gründerin Germanys?

Brauchen wir so was? Mein „Wunsch“ wäre, dass wir Frauen gerade bei ihren Unternehmungen noch viel stärker unterstützen, damit sie schneller wachsen können und erfolgreich sein können.  Ich glaube, ein Schlüssel legt darin, unser Wissen und unsere Erfahrungen mit anderen zu teilen.  Das können aber auch entscheidende Kontakte sein, die Frauen dabei unterstützen, größer zu werden. Frauen sind noch viel zu oft im „Einzel-Modus“ – sie müssen das alleine schaffen. Das müssen sie meines Erachtens aber gar nicht.

Und genau für diesen Austausch – dafür sind Veranstaltungen wie die herCAREER da.

Vielen lieben Dank für Deine Zeit, schön dass Du mir und meinen Lesern einen Einblick in Dein Business gegeben hast.

© herCAREER – Franz Pfluegl

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© Sung-Hee Seewald

Natascha Hoffner

Gründerin von messe. rocks und herCareer
www.her-career.de

Die Gründerin Natascha Hoffner hat über 17 Jahre Erfahrung in der Messebranche. Sie war bereits ab dem Jahr 2000 Teil einer Neugründung in der Messebranche mit Sitz in Mannheim und maßgeblich am Auf- und Ausbau von Messen und Kongressen im In- und Ausland beteiligt, die als Leitveranstaltungen ihrer Branche etabliert wurden. In Spitzenzeiten war Sie gemeinsam mit dem damaligen Gründer für bis zu 20 Messen und Kongresse jährlich und rund 100 Mitarbeiter verantwortlich.

Über 5 Jahre war sie als Geschäftsführerin tätig, zuletzt davon 2 Jahre bei einer Tochtergesellschaft der Deutschen Messe AG. Da sie selbst zwischenzeitlich zweifache Mutter ist und nicht weiterhin knapp 400 km zwischen Berufsstätte und Familie pendeln wollte, hat sie ihren Arbeitsplatz ein ganzes Stück näher an die Familie verlegt. Die messe.rocks entstand im Münchner Osten.

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